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Kriminalpräventiver Rat

Leitfaden

Warum dieser Leitfaden?
Der Leitfaden richtet sich an alle, die an dem Thema Kriminalprävention interessiert sind. Er gibt erste Hinweise dafür, wie man an das Thema herangehen kann. Es sollen die wesentlichen Grundgedanken der kommunalen Kriminalprävention aufgezeigt werden und eine Übersicht über die Aufgaben des bestehenden Kriminalpräventiven Rat des Amtes Marne-Nordsee geben.


Was können wir tun?
Tatsache ist, viele der ermittelten Straftäter begehen ihre Delikte in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld - in ihrer Heimatstadt oder innerhalb der Grenzen ihres Landkreises. Ein großer Teil der Kriminalität hat seine Ursachen also auch in örtlichen Gegebenheiten und kann darum auch örtlich beeinflusst werden.

Wer beispielsweise Jugendlichen Freizeit- oder Beschäftigungsangebote macht, wer das Vereinsleben fördert, wer sich um die Belange von alten Menschen kümmert, wer für eine menschengerechte Stadtentwicklung sorgt, unternimmt gleichzeitig etwas gegen die Entstehung von Kriminalität. In diesem Sinne hat die Stadt Marne bereits am 23.06.1998 einen Kriminalpräventiven Rat eingerichtet.

Wenn es gelingt, die Ansätze in einer Sicherheitspartnerschaft zu bündeln, aufeinander abzustimmen und mit anderen Sicherheitsbehörden (wie z. B. Polizei) zu vernetzen, können wir gemeinsam erfolgreicher für Sicherheit sorgen.


Wie kann man vorgehen?
Fast in jeder Gemeinde gibt es Bereiche, in denen etwas 'nicht stimmt' - erste Anzeichen einer beginnenden Verwahrlosung von z. B. Spielplätzen oder auch Parkanlagen, gehäuft auftretender Vandalismus, Brennpunkte für Auseinandersetzungen wie z. B. Jahrmarkt, etc., um nur einige Beispiele zu nennen.

Kommunale Kriminalprävention beginnt damit, dass jemand solche Problembereiche erkennt - Stichwort: "Hinschauen statt wegsehen" - und gemeinsam mit anderen Lösungen sucht. Aus der Idee werden erste konkrete Überlegungen.

Der erste Arbeitsschritt ist das Erkennen der Probleme, die den Menschen im Amtsbezirk Sorgen machen. Eine Analyse kann dann beispielsweise vom Kriminalpräventiven Rat in Kooperation mit der Amtsverwaltung und gemeinsam mit der Polizei erarbeitet werden. So wurde bereits in der Stadt die Möglichkeit gegeben, durch das Anbringen von Kummerkästen auch anonym seine Sorgen mitzuteilen.

Der nächste Schritt ist es, alle potentiell Interessierten an einen Tisch zu bringen.
Denn wenn kommunale Ämter, Polizei, Schulen, Kirchen, Vereine und Verbände sich mit interessierten Privatpersonen zusammensetzen und die jeweils verschiedenen Informationen darüber zusammenführen, wo es 'brennt', ergeben sich allein daraus häufig schon wichtige Ansatzpunkte für gemeinsame Projekte. Daher erschien das Einrichten eines solchen Kriminalpräventiven Rates auch für das Amtsgebiet als sinnvoll.

Folgende denkbare Arbeitsfelder kommen für den kriminalpräventiven Rat in Betracht:
    * Kinder- und Jugendkriminalität
    * Sicherheit von älteren und alten Menschen
    * Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung in der Gemeinde
    * Verkehrssicherheit
    * Mehr Sicherheit durch gute Nachbarschaft
    * Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger
    * Menschenfreundliche und kriminalitätsfeindliche Stadtplanung

Bei der Vielfalt der denkbaren Themen wird sehr schnell deutlich, dass im kriminalpräventiven Rat nicht Alle alles machen können. Deshalb ist es vernünftig, dass man die Arbeit sinnvoll aufteilt.

Dafür gibt es kein einheitliches Rezept. Daher müssen wir für uns ein realisierbares Modell finden. Verschiedene Organisationsformen sind möglich. Wichtig ist aber in jedem Fall, möglichst einfache und überschaubare Strukturen zu schaffen.

Für die Erarbeitung und Durchführung konkreter Projekte kann das Gremium Arbeitsgruppen einsetzen. Dabei sollte sich die personelle Zusammensetzung am Inhalt der Aufgabe orientieren, d.h.: Jeder sollte dort mitarbeiten, wo er gebraucht wird und wo er sich am besten auskennt.

Die Arbeitsgruppe erarbeitet eine Problemanalyse und Lösungsvorschläge, bringt sie im Kriminalpräventiven Rat ein - wo auch gemeinsam entschieden wird - und begleitet die Umsetzung durch eine zuständige Institution oder Behörde.

Mögliche Arbeitsgruppen
Die eigentliche Sacharbeit wird in den Arbeitsgruppen erbracht. Die Arbeitsgruppen setzen sich daher aus Personen und Institutionen zusammen, die aufgrund ihrer Tätigkeit Kenntnis oder Erfahrung zur fachkompetenten Behandlung des Themas beitragen können. Die personelle Zusammensetzung orientiert sich am Inhalt der jeweiligen Arbeitsgruppe. Die Arbeitsabläufe innerhalb der Arbeitsgruppen werden von den Mitgliedern eigenhändig koordiniert und dokumentiert. Die Arbeitsergebnisse bzw. die Arbeitsberichte werden von den jeweiligen Sprecher/innen dem Plenum vorgetragen.

Zur effizienteren Arbeitsgestaltung hat der Kriminalpräventive Rat zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten Arbeitsgruppen gebildet.

Dies sind im Einzelnen:
    * Aktion Ferienspaß bzw. Basteln
    * Fahrradaktion
    * Arbeitsgruppe zum Schutz von Eigentum (z. B. Vandalismus)
    * Arbeitsgruppe Thementag


Wer kann sich einbringen?
Grundsätzlich jede und jeder.

Beispielsweise:
    * Kommunale Verwaltung
    * Kindergarten und Schule
    * Jugendarbeit und Jugendhilfe,
    * Sportvereine
    * Wirtschaft, z. B. Gewerbeverein oder auch einzelne Firmen
    * andere Vereine, z. B. Frauen helfen Frauen
    * Wohlfahrtsverbände, Kirchen
    * Polizei
    * Medien
    * Bürger


Und die Bevölkerung?
Der kriminalpräventive Rat soll und darf kein Exklusivclub für Fachleute sein. Im Gegenteil. Er muss mit seiner Arbeit das aufgreifen, was der Bevölkerung "auf den Nägeln brennt". Er muss offen sein für jede Anregung oder Idee - ob sie von einem fünfjährigen Kind oder von einer Bürgerinitiative vorgetragen wird - wo irgend möglich, sollte die Bevölkerung unmittelbar einbezogen werden.

In jedem Fall aber muss der Kriminalpräventive Rat darüber informieren, was er tut, warum er es tut und welche Ergebnisse erzielt wurden. Damit steht und fällt die Glaubwürdigkeit seiner Arbeit und seine Akzeptanz in der Bevölkerung.

 

  - Weitere Informationen können Sie diesem Flyer entnehmen. -